Evangelische Schönaugemeinde Mannheim

 
 

Sie sind hier:Startseite » Menschen und Orte » Gebäude » Emmauskirche » Geschichte der Emmauskirche und unserer Gemeinde
_____________________________________________________

Die Geschichte unserer Gemeinde

 

Von damals bis heute 

 

Auf dieser Seite:                                                         Jubiläumsjahr 2013

Das Gelände der heutigen Schönau
Die ersten wilden Siedler

Die Menschen wurden mehr

Bau der Emmaus-Kirche

Die Glocken

Das Kreuz

Die Orgel
Die Stephanusgemeinde entsteht
Die Gesellschaft verändert sich

Die Gemeinde geht neue Wege....

 

Das Gelände der  heutigen Schönau

Das Gebiet der heutigen Schönau war ursprünglich ein Wald und Teil der Ländereien, die einstmals zu dem heute sehr bekannten Kloster Lorsch gehörten. Die Gründung des Klosters geht auf das Jahr 764 zurück. 

Im 12. Jahrhundert wurde dieser Wald, wahrscheinlich als Schenkung, an das neugegründete Zisterzienserkloster Schönau bei Heidelberg überschrieben.

Während der Reformation hob Friedrich III das Kloster 1560 auf. 
Die Pflege Schönau, die bis heute noch besteht verwaltet zunächst dieses Gebiet.
Bis 1951 verkaufte sie davon einen Großteil an die Stadt Mannheim.

nach oben

Die ersten „wilden“ Siedler
Mitte der 20er Jahre rodeten die ersten Siedler den Kiefernwald auf dem Gebiet der heutigen Schönau und errichteten dort ihre Häuser.
Dieser wilden Bebauung folgte die zweite planmäßige Besiedlungsphase.
                   

Hauptsächlich kinderreiche Familien und Erwerbslose, aber auch Arbeitnehmer aus den umliegenden Fabriken, wie die Zellstofffabrik Waldhof (heutige Fa. SCA), die Spiegelfabrik und Boehringer (heute Fa. Roche) um nur einige zu nennen kamen hierher.

Unter Anleitung von wenigen Fachkräften erstellten die Siedler die Häuser selbst.
Die von Baufirmen errichteten Häuser wurden an Privatpersonen verkauft.

Es entstand die Siedlung Schönau.

Die evangelische Gemeinde der Schönau-Siedlung wurde anfangs von der Pfarrei Mannheim Sandhofen mit betreut und war deren Filialgemeinde. 

Erst am 1. April 1951 wurde die Schönau zur eigenen Pfarrei erhoben.

 nach oben

Die Menschen wurden mehr
Für die evangelische Siedlungsgemeinde wurde bereits in den Jahren 1937/1938 mitten unter Kiefer-und Akazienbäumen ein Gemeindehaus errichtet.

Das Gemeindehaus wurde im Sommer 1938 seiner Bestimmung übergeben.
Hier feierten zunächst beide Konfessionen ihre Gottesdienste.
Eigentlich sollte bereits im Jahre 1940 mit dem  Neubau einer Kirche begonnen werden, doch der Krieg verhinderte dies und der Bau wurde vorerst auf unbekannte Zeit verschoben.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der Gemeindesaal durch Artilleriebeschuss erheblich beschädigt.
Deutsche Kriegsgefangene setzten mit amerikanischer Unterstützung das Gemeindehaus wieder instand, so dass ab 1946 dort erneut Gottesdienst gefeiert werden konnte.

Blick in den Saal des alten GemeindehausesIn den Jahren 1948 bis 1953 war der Saal des Gemeindehauses Gottesdienstraum, Jugendraum, und Kindergarten zugleich.

In den Nachkriegsjahren zogen viele  Familien und Flüchtlinge aus dem Osten Deutschlands in den noch jungen Stadtteil  Schönau. Die Zahl der Gemeindemitglieder stieg schnell an und der Saal reichte nicht mehr aus.

 nach oben

Bau der Emmaus-Kirche
Der große Bevölkerungszuwachs auf der Schönau war Anlass für den Bau der Emmaus-Kirche, des Gemeindesaales und des Pfarrhauses.
Im Stil der Kirche griff der Architekt auf die Anfänge der Schönau zurück. Er baute die Kirche wie eine Zisterzienserkirche, schlicht, geradlienig, ohne Turm nur mit einem Glockenträger in Form eines hölzernen Dachkrates.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 8. Juni 1952.
Der damalige Gemeindepfarrer Walter Ewald stellte den Kirchenbau unter das Bibelwort: „So sieh nun zu, denn der Herr hat dich erwählt, dass du ein Haus baust. Sei getrost und mache es.“
Die Kosten für die Kirche und die angrenzenden Gebäude wurden damals von der evangelischen Kirche Mannheim getragen.
Die Grundsteinlegung wurde von vielen Gemeindemitgliedern freudig gefeiert, zugegen waren auch der Architekt Dr. Max Schmechel,  Dekan Friedrich Joest sowie Pfarrer Ferdinand Veit aus der katholischen Nachbargemeinde. Die Posaunenchöre aus Lampertheim und Sandhofen sowie der evangelische Kirchenchor der Schönaugemeinde umrahmten diese Feier musikalisch.

Der Ältestenkreis entschied sich für den Namen Emmaus-Kirche.
Am 6. September 1953 weihte Landesbischof D. Julius Bender, die Emmaus-Kirche.

nach oben 

Die Glocken
Drei Glocken rufen von damals bis heute die Menschen zum Gottesdienst. Die größte davon wiegt 172 kg und wurde 1953 von der Firma Bachert aus Karlsruhe geliefert und im Turm der Kirche angebracht. Sie kostete damals 2175,- DM und war ein Geschenk der Kirchengemeinde Mannheim.

Die beiden kleineren Glocken lieferte die Firma Bachert im Februar 1957. Sie kosteten  zusammen 1887,-DM. Der Betrag wurde durch Spenden aus der eigenen Gemeinde Schönau finanziert.  Die Größere der beiden Glocken wiegt 103 kg und trägt die Inschrift: „Gott zu Ehren“. Auf der Kleineren, mit dem Gewicht von 85 kg, ist zu lesen: „ Den Menschen zum Frieden“.

Bis zum Jahre 1962 wurden die Glocken noch von Hand geläutet ehe im November 1962 ein elektrisches Läutewerk installiert wurde. 

 nach oben

 

Das Kreuz
Ein Blickfang in der Emmaus-Kirche ist das rund fünf Meter hohe Kreuz im Altarraum. Es wurde zur Einweihung der Kirche von den Marienschwestern in Darmstadt-Eberstadt hergestellt.
Das Kreuz ist aus Holz gefertigt. Der Körper des Gekreuzigten besteht aus Ton.

 

 

 

 

nach oben 

 

Die Orgel
Bis zum Jahr 1961 begleitete Hermine Bruchhäuser den Gottesdienst auf dem Harmonium.
Die jetzige Orgel baute die Firma Gebrüder Mann aus Marktbreit am Main. Sie wurde im September 1961 geliefert und aufgestellt.
Die Orgel hat 874 Pfeifen und wiegt 2,5 Tonnen. 13 Register verteilen sich auf zwei Manuale und ein Pedal.
Die Orgel wurde primär für den gottesdienstlichen Gesang gebaut.
Die Kosten betrugen 24534,- DM. Im Frühjahr 1993 wurde die Orgel grundlegend renoviert.

 nach oben

Die Stephanusgemeinde auf der Schönau entsteht
Immer mehr Menschen zieht es auf die Schönau. Inzwischen wird im Stadtteil ein neues Wohngebiet mit Straßenzügen aus hohen Häusern gebaut. Viele kinderreiche Familien ziehen in den Mannheimer Norden. Bald muss darüber nachgedacht werden wie man den vielen evangelischen Menschen auf der Schönau noch gerecht wird. Die Kirchengemeinde Mannheim beschließt nördlich der Siedlung eine weitere evangelische  Gemeinde mit dem Namen Stephanus auf der Schönau zu gründen. Pfarrer Fritsch ist ihr erster Pfarrer und zieht am 3. Mai 1960 mit drei kleinen Kinder auf die Schönau.
Einen persönlichen Rückblick auf die Jahre seiner Pfarrertätigkeit hier auf der Schönau finden Sie hier auf den Seiten 14 uns 15 des PDF-Downloads zum Entwidmungsgottesdienst.

 

        

nach oben 

 

Die Gesellschaft verändert sich
Der demographische Wandel und die Migrationsbewegung verändern die Gesellschaft drastisch. Auch in der Gemeinde Mannheim Schönau werden die Auswirkungen sichtbar. Weniger Kinder werden geboren und getauft, viele ältere Menschen sterben weg, immer weniger Menschen gehören zur evangelischen Gemeinde.

 nach oben

 

Die Gemeinde geht neue Wege in die Zukunft
Finanzielle Knappheit zwingt zu Sparmaßnahmen.
Deshalb hat die evangelische Kirche in Mannheim 2007 wieder die Zusammenlegung der beiden evangelischen Gemeinden auf der Schönau beschlossen. Um Räumlichkeiten einzusparen ist die Gemeinde seit 2007 dabei,  das Gemeindeleben neu zu strukturieren.
Aus den beiden ehemaligen Schwestergemeinden Emmaus und Stephanus ist wieder eine Schönaugemeinde geworden, allerdings ist sie jetzt eine Gemeinde mit zwei Zentren.
Am 09. Januar 2011 wurde die Stephanuskirche entwidmet und im März 2013 an die Freie Christliche Pfingstgemeinde verkauft. Seitdem ist die Emmauskirche wieder alleiniger Gottesdienstraum für alle evangelischen Mitglieder. Ein Teil der allgemeinen Gemeindearbeit findet weiterhin im Emmaussaal statt. Das Gemeindebüro  und die Kinder-und Jugendarbeit sind im nördlich gelegenen Stephanuszentrum zu finden.

(Eine Dokumentation des Entwidmungsgottesdienstes sowie Rückblicke von ehemaligen Pfarrern und Gemeindemitgliedern auf die Stephanusgemeinde finden sie unter Stephanuskirche als PDF-Dokument zum Download.)

Quelle Festschrift: 40 Jahre Emmauskirche
gestaltet von Gemeindemitgliedern

nach oben

« zurück
zu Emmauskirche